Nur ausversehen auf den Auslöser gedrückt, aber trotzdem ein schönes Bild herausgekommen.
Der gleiche Blick aus dem Fenster wie im November. Diesmal aber mehr weiß und weniger grün.
Mit den folgende sieben Bildern schließe ich das Jahr 2009 ab.1
Verschneite Freiluftmodellbahnanlage2 auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt.
Anmerkungen:Mit einem Interview im General-Anzeiger hat unser Bundesumweltminister Norbert Röttgen mal wieder die Diskussion um den Atomausstieg angeheizt. Konkret sagte er:
Die Kernenergie [hat] eine Brückenfunktion. Sie geht sukzessive in dem Maße zurück, in dem die erneuerbare Energie aufgebaut wird. [...]
Die Laufzeit von Kernkraftwerken ist am Ende das Ergebnis des Aufbaus von erneuerbaren Energien. Wir haben derzeit einen Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung von 16 Prozent, bei der Kernkraft sind es 23 Prozent. Wir wollen in den nächsten zehn Jahren den Anteil der erneuerbaren Energien auf mindestens 30 Prozent fast verdoppeln. In dem Augenblick, in dem wir 40 Prozent Anteil der erneuerbaren Energie an der Stromproduktion in Deutschland haben, gibt es keine Notwendigkeit mehr für Kernenergie.
Damit zitiert er das Ausbauziel der Bundesregierung von 30 Prozent regenerativ erzeugtem Strom bis zum Jahr 2020. Das Ausbauziel weitergedacht, so kann ein Anteil von 40 Prozent wenige Jahre nach 2020 erreicht werden.1
Bleibt es bei den aktuell noch vorhandenen Reststrommengen der verschiedenen Kernkraftwerke, so würden (nach Berechnungen von contrAtom) die letzten beiden Kernkraftwerke2 etwa im Jahr 2022 abgeschaltet werden. Nach Röttgens Logik wäre - wenn überhaupt - nur eine sehr geringe Laufzeitverlängerung nötig. Daher prügeln jetzt alle möglichen CDU- und FDP-Politiker auf Röttgen ein, wie unter anderem bei Welt Online und Financial Times Deutschland zu lesen ist.
Hat Röttgen diese Aussage gemacht, um Wegbereiter für eine schwarz-grüne Koalition in seinem Heimatbundesland Nordrhein-Westfalen zu werden, wie der Stern vermutet?
Sollte die FDP bei der Landtagswahl im Mai im Strudel der Hotelspenden-Kopfpauschalen-Klientelismus-Diskussion versinken, wird “Arbeiterführer” Jürgen Rüttgers, CDU, den Grünen ein Angebot machen, zu dem sie schwer nein sagen können. Dafür allerdings braucht es im Vorfeld eine große Tube verbaler Schmiermittel. Röttgen hat sie gerade in einem Interview mit der “Süddeutschen Zeitung” ausgedrückt.
Oder will Röttgen am Ende gar wirklich den Atomausstieg retten bzw. eine möglichst kurze Laufzeitverlängerung heraushandeln? Aber warum hat die Koalition ihn dann zum Umweltminister gemacht?
Offen gesagt, ich weiß es nicht einzuschätzen. Was meint ihr? Was für ein Spiel treibt Röttgen mit dem Atomausstieg?
Anmerkungen:- Der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) geht für 2020 bereits von einem Anteil von 47 Prozent erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung aus. [↩]
- Brokdorf und Neckarwestheim 2 [↩]
Letzte Woche hat die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e.V. (AGEB) die Energieverbrauchsdaten für das Jahr 2009 herausgegeben. Die meiner Meinung interessantesten der darin enthaltenen Zahlen und Fakten möchte ich hier zusammenfassen.
Auf Grund der wirtschaftlichen Entwicklung letztes Jahr sank der Energieverbrauch um 6,5 Prozent. Der Energieverbrauch ist damit stärker zurückgegangen als das Bruttoinlandsprodukt, was daran liegt, das besonders energieintensive Unternehmen von der Wirtschaftskrise betroffen sind. Zurück ging allerdings nur die Energieerzeugung aus allen konventionellen1 Energieträgern, wohingegen die erneuerbaren Energien um 4 Prozent zulegten.
Anmerkungen:- Mineralöl, Erdgas, Steinkohle, Braunkohle, Kernenergie [↩]
Es ist jetzt schon wieder eine ganze Weile her, dass ich neue Fotos in der Kategorie “… in Bildern” gebloggt habe. Aber jetzt wieder!
Ende Dezember waren wir ein paar Tage in Frankreich, dabei in Compiègne, einer mittelgroßen Stadt, etwa 80 Kilometer nördlich von Paris. Bevor wir dort hingefahren sind, hat eine Bekannte zu uns gesagt:
In Compiègne könnt ihr mit dem Bus einfach so fahren, ihr braucht nichts zu bezahlen.
Ich dachte, ich hätte mich verhört und konnte es im ersten Moment nicht glauben.
Aber dann in Compiègne angekommen zeigte es: es gab an den Bushaltestellen keine Fahrkartenautomaten und auch im Bus musste - und konnte - man kein Ticket kaufen. Und das auf allen elf Buslinien und an allen Tagen (außer sonntags). Wer genau für die Kosten für den Busverkehr weiß ich nicht, ich vermute aber mal, dass die Kosten aus der Stadt- und/oder der Staatskasse beglichen werden.
Die Grüne Jugend fordert einen kostenlosen ÖPNV bei uns. Bisher hielt ich das für eine Utopie, fern ab jeglicher realpolitischer Forderung. Aber dass es in Compiègne geht, lässt mich dann doch umdenken. So viel anders als Frankreich sind ist Deutschland auch nicht…
Vielleicht erinnert ihr euch noch: in den 1980er und 90er Jahren (also damals im fernen letzten Jahrtausend) hatte alles, was modern sein sollte ein 2000 hintendran. Ein paar Beispiele:
- Blues Brothers 2000, das Remake des Filmes Blues Brothers,
- Eurofighter EF 2000, Jagdflugzeug u.a. der Bundeswehr1
- Panzerhaubitze 2000, ein Artilleriegeschütz der Bundeswehr
- Software 2000, eine Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre erfolgreiche Computerspiele-Firma
- Video 2000, ein Videokassettensystem, das schlussendlich den VHS-Kassetten unterlegen ist
- Windows 2000
- und irgendwo hatte ich auch mal was von einer Currywurst 2000 gelesen…
Das ganze hat seinen Ursprung unter anderem in der vielbeachteten Studie Global 2000, einer großen und viel beachteten Umweltstudie die von US-Präsident Jimmy Carter in Auftrag gegeben wurde.
Das Jahr 2000 haben wir schon lange hinter uns gelassen, 2000 ist daher out.
Zwischendurch gab es dann noch die Modebezeichnung .com, die aber mit Platzen der Internetblase mehr oder weniger bald wieder verschwunden ist.
Aber es gibt eine neue Modebezeichnung für alles neue: 2.0
Angefangen hat es mit noch mehr oder weniger sinnvollen Begriffen, wie Web 2.0. Mittlerweile beanspruchen aber die absurdesten Sachen das 2.0 für sich. Eine kleine Auswahl:
- Da wäre zum einen die Nähmaschine hobbylock 2.0 von Pfaff, die noch nichteinmal ein elektronisches Display hat, aber dennoch 2.0 ist.
- Oder für alle Freund*innen des gepflegten Golfsports wäre da der ClicGear 2.0 Golf Dreirad Trolley.
- Auch Theatergruppen sind jetzt zwonullig: Antigone 2.0.
- Überalterung heißt jetzt: Methusalem-Komplex 2.0
- usw… wer genügend sucht, findet bestimmt noch mehr Schwachsinn 2.0.
Ich bin mal gespannt, wann 2.0 out ist und was die nächste Modebezeichung im Internet und außerhalb sein wird…
Anmerkungen:- das eigentlich Jäger 90 heißen sollte, aber auf Grund von Verzögerungen umbenannt wurde [↩]
In den Medien, aber auch in den alltäglichen Gesprächen scheint es nur noch ein Thema zu geben:
- Wird das Verkehrschaos kommen?
- Wird das Stromnetz zusammenbrechen?
- Wird das winterliche Tief Daisy uns in ein totales Katastrophenwochenende stürzen?
- Wird The Day After Tomorrow Realität? Schon morgen vielleicht?
Und die Leute rüsten sich: Lebensmittel werden gehamstert, Streusalz1 geht säckeweise über die Ladentheken, teilweise wird sogar Kochsalz als Streusalzersatz gekauft. Auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe braucht nicht mehr Hamster zu züchten, sondern darf sich auch endlich mal zu Wort melden.
Meiner Meinung nach ist das übertriebene Panik. Allein schon das Wort “Extremwinter” das überall fällt ist total übertrieben. Das ist jetzt halt einfach mal ein Winter wie er sein sollte. Kalt. Und mit Schnee.
Ich empfehle mal die Leküre dieser beiden Artikel:
Wer glaubt, dass wegen Daisy gar der Klimawandel abgesagt ist, lese sich dieses Interview mit Mojib Latif2 durch.
Angesichts der ganzen Panik ruft folgerichtig der TagesschauM schon mal die Alarmstufe Weiß! aus:
Anmerkungen:Denn es ist wieder so weit: Mitten im Winter schneit es!
OH MEIN GOTT!
Wie auch schon letztes Jahr, möchte ich euch mit einem kleinen Video schöne Feiertage und einen guten Rutsch ins Jahr 2010 wünschen!









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