Mittwoch, 01. Juli 2009 | Autor: | Artikel ausdrucken

Ich habe hier im Blog schon eine ganze Weile kein Buch mehr vorgestellt. Das möchte ich hiermit ändern. Heute Morgen habe ich mal wieder ein Buch zu Ende gelesen und werde es euch kurz vorstellen:

Es handelt sich um das Buch Wir Wettermacher des australischen Biologen Tim Flannery, Ratsmitglied des World Future Council.

Der Untertitel des Buches lautet:

Wie wir Menschen das Klima verändern und was das Leben auf der Erde bedeutet.

Und das ist auch schon so in etwa die kürzest mögliche Beschreibung des Buches.

Das Buch ist in fünf Teile (mit jeweils sechs bis acht Kapiteln) gegliedert.

Im ersten Teil Gaias Repertoire wird zunächst erklärt, was wie die Atmosphäre und das Klima funktioniert und wie der Mensch diese mit seinen CO2- und sonstigen Emissionen beeinflusst. Auch wird hier auf James Lovelocks Gaia-Hypothese eingegangen.

Am Beispiel einiger Tier- und Pflanzenarten beschreibt Flannery im zweiten Teil Eine von Zehntausend welchen Einfluss der Klimwandel auf unterschiedliche Ökosysteme hat. Neben den fast schon obligatorischen Eisbären und den wegen zu hohen Ozeantemperaturen ausbleichenden Korallenriffen beschreibt er aber auch beispielsweise das Aussterben der Goldkröte: Diese sei ausgestorben, weil sich ihr Lebensraum (nebelumhangene Berghänge in Costa Rica) erwärmt habe – und damit zu trocken zum überleben geworden sei. Aber auch auch den Bürgerkrieg im Sudan zwischen Hirten und Nomaden führt er auf den Klimawandel zurück, da der Klimawandel die Sahelzone austrockne, wodurch fruchtbares Land verloren ginge und so eine Konkurrenz zwischen Ackerbau und Viehzucht um das restliche fruchtbare Land entstünde.

Wie der Name des dritten Teils Weissagen der Wissenschaft schon vermuten lässt, geht es hier um Prognosen der zukünftigen Klimaentwicklung. Zunächst einmal beschreibt Flannery, was überhaupt Klimamodelle sind, und wo z.B. der Unterschied zwischen globalen Zirkulationsmodellen und Regionalmodellen sind. Auch beschreibt er hier die Bedeutung möglicher Rückkopplungsschleifen, wie das Verschwinden der Regenwälder, das Aubschmelzen von Methanchlathraten am Meeresboden oder gar das Versiegen des Golfstroms.

Mit internatonalen Klimaschutzabkommen beschäftigt sich der vierte Teil Menschen in Treibhäusern. Am Beispiel der FCKW (Fluorchlorkohlenwasserstoffe), die das Ozonloch verursacht haben, verdeutlich Flannery, dass internationale Abkommen zum Schutz der Atmosphäre funktionieren können. Dann beschreibt den bisherigen Prozess der Klimaschutz-Abkommen, beschreibt was gut lief, vorallem aber wo die großen Bremser sein: Flannery nennt es die „Öl-Achse des Bösen“, also Energie-, Öl- und Automobil-Konzerne.

Die Lösung bringt der fünfte und letzte Teil. Hier werden vorallem (aus meiner Sicht nicht allzu neue) Vorschläge unterbreitet, wie der Klimawandel begrenzt werden kann: Die Staaten sollen erneuerbare Energien fördern. Jede*n einzelne*n fordert er auf, zu einem Ökostromversorger wechseln. Hier erwähnt er zum Beispiel auch explizit die EWS Schönau. (Schön, dass sich Schönau bis nach Australien rumgesprochen hat.) Neben dem Einsatz von erneuerbaren Energien fordert Flannery unter anderem einen Umstieg auf Hybrid-Fahrzeuge. Außerdem bringt er als ultima ratio die etwas abstruse Forderung nach der Errichtung einer „Welt-Kommission für Thermostatsteuerung“ (er nennt es wirklich so) ins Spiel.

Alles in allem ist es meiner Meinung nach ein lesenswertes Buch. Mir haben besonders gut die Kapitel gefallen, in denen er sich mit den Auswirkungen des Klimawandels auf Menschen, Tiere und Pflanzen beschäftigt.

Das Buch ist als broschiertes Taschenbuch für 9,95 Euro zu haben, als gebundene Ausgabe ist es derzeit vergriffen…

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