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Montag, 23. Oktober 2017 | Autor:
Illustration eines Eskimo-Dorfs aus dem 19. Jahrhundert

Illustration eines Eskimo-Dorfs aus dem 19. Jahrhundert

In der Zu-verschenken-Kiste eines Trödelladens habe ich das Buch Der Eskimo des dänischen Polarforschers und Autors Peter Freuchen entdeckt. Das Buch hatte keinen Klappentext, daher wusste ich nicht, um was es konkret geht, aber ich habe es trotzdem mal mitgenommen und gelesen.

offenes_buch

Am Anfang fand ich das Buch ziemlich zäh. Es werden zwar eine ganze Reihe Figuren eingeführt werden, aber mir war lange nicht klar, wer überhaupt der Protagonist der Geschichte ist. Auch ist das Buch anfangs sehr deskriptiv, eher wie eine Dokumentation, denn ein Spannungsbogen wird nur sehr langsam aufgebaut. Aber dann baut sich langsam die Geschichte um den Eskimo Mala auf, der mit seiner Familie im heutigen Kanada umherzieht. Dabei gerät Mala immer wieder mit anderen Menschen aneinandern, einerseits mit anderen Eskimofamilien und andererseits mit europäisch geprägten Menschen, vor allem Seefahrern, Händlern und Waljägern, aber auch der Polizei. Dabei ist es Freuchen gelungen, Mala auf eine Weise darzustellen, dass es für mich mehrfach hin- und hergeschwungen ist, ob er nun Held oder Antiheld ist.

Das Buch erschien auf deutsch erstmals 1928 beim Safari-Verlag aus Berlin – und genau diese Ausgabe habe ich auch gelesen. Bereits 1932/1933 wurde das Buch übrigens verfilmt.

Warum blogge ich das? Weil ich es manchmal spannend finde, in längst vergriffene Bücher hineinzuschnuppern.

Die Eingangs des Artikels gezeigte Illustration stammt aus dem Buch Arctic Researches and Life Among the Esquimaux: Being the Narrative of an Expedition in Search of Sir John Franklin in the Years 1860, 1861, and 1862 des Polarforschers Charles Francis Hall (erschienen 1865 in New York bei Harper and Brothers). Es ist bei Wikicommons als Public Domain (Schutzfrist abgelaufen) verfügbar.

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Samstag, 31. Juli 2010 | Autor:
friday 021 (2).jpg von gogoolplex unter CC-BY-NC-2.0-Lizenz

friday 021 (2).jpg von gogoolplex unter CC-BY-NC-2.0-Lizenz

Nutzung der Sonnenenergie in der Arktis? Was ist denn das für eine Schnappsidee? Ist das nicht genauso sinnlos, wie eine Skipiste in der Wüste anlegen zu wollen? So weit im Norden scheint doch sowieso das halbe Jahr keine Sonne. Und wenn sie dann mal da ist, dann schafft sie es doch kaum über den Horizont. Außerdem ist es in der Arktis sowieso immer eiskalt.

Das werden wahrscheinlich viele von euch gedacht haben, als sie die Überschrift gelesen haben. Kann aber der Einsatz von solarthermischen Anlagen auch in arktischen Gegenden sinnvoll sein?

Genau diese Frage untersuchte ich zusammen mit einem Kommilitonen für einen Vortrag im Rahmen der Vorlesung Solarthermie-Vertiefung an der Uni Kassel. Konkret haben wir dabei eine Solarthermieanlage für eine kleine fiktive Forschungsstation ausgelegt. Die Wärme der Sonne soll dabei sowohl zur Untersützung der Heizung, als auch zur Trinkwassererwärmung genutzt werden. Die Forschungsstation steht dabei in Ny-Alesund, einem der nördlichen bewohnten Orte der Welt. Ny-Alesund liegt auf der norwegischen Inselgruppe Spitzbergen, etwa 1000 km weiter nördlich als die nördlichsten Ausläufer des europäischen Festlands rund um das Nordkap.

Für die Auslegung der Solarthermieanlage haben wir und sehr lange mit den klimatischen Verhältnissen und insbesondere mit der solaren Einstrahlung in Spitzbergen auseinandergesetzt. Für die Temperaturdaten fanden wir verlässliche Daten beim Statistisches Zentralamt Norwegen. Demnach beträgt die Jahresdurchschnittstemperatur in Ny-Alesund bibberig-kalte -6,4 °C. Aber für arktische Verhätnisse ist das sogar noch relativ warm, denn in Spitzbergen sind noch die letzten Ausläufer des Golfstroms zu spüren. Im Juli beträgt die Durchschnittstemperatur immerhin „sommerliche“ 4,7 °C. Das ist immerhin so viel, wie in Kassel im März. Dafür wird es dann im Februar mit durchschnittlichen -15,2 °C richtig kalt. Für die Temperaturen hatten wir also Daten, die gut genug waren, um mit ihnen arbeiten zu können.

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Dienstag, 17. Februar 2009 | Autor:

In den letzten Tagen und Wochen häufen sich die Meldungen, dass sich das Klima noch viel schneller verändert als vom IPCC1 selbst im Worst-Case-Szenario vorrausgesagt. Zum einen liegen die CO2-Emissionen in den letzten Jahren deutlich höher als vorrausgesagt, zum anderen scheint es so, als ob inzwischen positive Rückkopplungseffekte2 ausgelöst worden sind.

Anmerkungen:

  1. Intergovernmental Panel on Climate Change []
  2. Damit mich niemand falsch versteht: mit positiven Rückkopplungseffekten sind sich selbst verstärkende Prozesse gemeint, die ich
    alles andere als positiv sein können. []
  3. Dank an Agnieszka, die den Link zu diesem Artikel gebloggt hat. []
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Donnerstag, 18. Dezember 2008 | Autor:

… zwar noch nicht mit großen Auswirkungen bei uns, aber definitiv in der Arktis. Es wird immer wärmer und wärrmer. Das was jetzt geschieht, sollte nach den Klimamodellen erst in einigen Jahrzehnten erfolgen1. So lagen die Durchschnittstemperaturen im Oktober in manchen Gebieten sieben Grad höher als die langjährigen Durchschnittswerte. Dadurch nimmt die Eisfläche immer mehr ab, was zu mehreren sich selbst verstärkenden Effekten führt:

Eis reflektiert einen sehr großen Teil der ankommenden Sonnenstrahlung wieder in Richtung Weltall. Schmilzt nun das Eis, bleibt z.B. Wasser oder Gestein übrig, auf jeden Fall eine Oberfläche die dunkler ist als Eis. Dadurch wird mehr Sonnenenergie absorbiert und weniger zurück in das Weltall reflektiert. Das führt dazu, dass sich die Artiks noch weiter erwärmt.2

Eine weitere positive Rückkopplung3 entsteht durch das Schmelzen des artischen Permafrostbodens. Permafrost bezeichnet Boden, der über lange Zeit gefroren ist. In diesem Boden ist eine große Menge der Treibhausgase Kohlendioxid (CO2) und Methan (CH4) gebunden. Schmilzt  nun der Permafrostboden, so werde die gebundenen Treibhausgase in die Atmosphäre freigesetzt und treiben so die Klimaerwärmung an. Besonders problematisch ist dabei das Methan, da es 23mal so stark auf das Klima einwirkt als das CO2.4

Drastisch beschreibt das Martin Sommerkorn von World Wide Fund for Nature (WWF):

Was die Arktis uns sagt, was sie uns zuschreit, ist, dass wir dringend anfangen müssen, die Treibhausgase zu reduzieren.5

Warum blogge ich das: Weil es immer noch viel zu viele Menschen gibt, die entweder den Klimawandel an sich leugnen oder es bestreiten, dass jetzt etwas gegen ein Fortschreiten des Klimawandels getan werden muss.

Anmerkungen:

  1. Quelle: WWF []
  2. siehe auch hierzu den taz-Artikel „Das Arktis-Klima ist gekippt“ und den tagesschau-Artikel „Rekordtemperaturen in der Arktis„. []
  3. so werden sich selbstverstärkende Effekte wissenschaftlich bezeichnet []
  4. Zum Permafrost gibt es vom Umweltbundesamt ein lesenswertes Hintergrundpapier []
  5. Quelle: klimAktiv []
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