Sonntag, 08. August 2010 | Autor: | Artikel ausdrucken

Gestern bin ich mal wieder am Flughafen Kassel-Calden vorbeigefahren bin und die dortigen vielen Bauarbeiten gesehen habe, habe ich mich mal ein wenig kundig machen über den Ausbau des Flughafens. Ich habe eine Weile suchen müssen, bis ich auf der Webseite einer Bürgerinitiative dann endlich die Baupläne gefunden habe.

Und dann war ich ersteinmal erstaunt, denn wie auf dem Lageplan deutlich zu erkennen ist, wird da nicht ein Flughafen ausgebaut. Sondern der alte Flughafen wird im Prinzip aufgegeben. Die dort existierenden Gebäude werden wohl als Industriegebiet weitergenutzt.1 Stattdessen wird zwei, drei Kilometer nördlich (auf der anderen Seite der zu verlegenden Bundesstraße) ein komplett neuer Flughafen hochgezogen.

Das finde ich schon ganz schön krass, denn es wird ja immer vom Ausbau des Flughafens gesprochen und nie von einem Neubau. Aber nichts anderes ist es doch, wenn kein Teil des alten Flughafens weiter als Teil des ausgebauten Flughafens verwendet wird. Bisher dachte ich, dass die Landebahn verlegt wird und vielleicht kommt noch das eine oder andere Gebäude dazu. Aber dass es ein so großes Bauprojekt ist, das hätte ich nie geahnt.

Aber wie sollte ich auch darauf kommen, wenn überall von Ausbau gesprochen wird. Die Stadt Kassel benutzt diesen Ausdruck, genauso wie die Gemeinde Calden, auf deren Gemarkung der Flughafen liegt. Und der Flughafenbetreiber natürlich sowieso.

Aber mir bleibt ein unerklärliches Rätsel, warum auch die Presse, allen voran die lokale HNA, aber auch der Hessische Rundfunk, das das Kind nicht klar benennt, sondern sich auch zu dem Euphesmismus des Ausbaus hinreißen lassen.

Anmerkungen:

  1. Das Gebiet, das erhalten bleibt ist das grüne im Plan. Ein bisschen schlecht im Plan zu erkennen ist die alte Landebahn. []

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3 Kommentare

  1. 1
    Olaf 

    Wer versteht schon Architekten – bzw. Bauherren-Geheimsprache? Da können Ausbau und Neubau schon mal dasselbe bedeuten – oder eben auch das Gegenteil von dem, was wir uns eigentlich darunter vorstellen würden. Aber bei derartigen Mammutprojekten frage ich mich ohnehin häufug, ob die beteiligten Damen und Herren nicht auch noch andere Interessen verfolgen. Bestes Beispiel ist das unnüzeste Bauwerk aller Zeiten – der City-Tunnel bei uns in Leipzig. Bei den hunderten von Extra-Millionen, die schon in dieses sinnlose Projekt gebuttert wurden, würde es mich nicht wundern, wenn das eine und das andere Milliönchen irgendwo im Schlick versickert ist. Wer weiß, ob es euch nicht mit eurem Flughafen genau so geht – was ich euch natürlich nicht wünschen möchte!

  2. 2
    Steffen 

    Sinn und Unsinn liegen nah beieinander, leider auch bei Bauwerken!

  3. 3
    Jens 

    Bei öffentlichen Aufträgen ist immer sehr viel Geld im Spiel, das den Verantwortlichen leider nicht selber gehört, und je mehr davon ausgegeben wird, desto mehr kann ein anderer verdienen. Das ganze verkauft man dann einfach als Wirtschaftsförderung. Und damit sich die Bevölkerung nicht wegen übertrieben geplanten Bauprojekten aufregt, verkauft man einen Neubau auch mal als Ausbau.

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