Mittwoch, 31. März 2010 | Autor: | Artikel ausdrucken
Zeichen des Jakobswegs (von Skarabeusz in Wikipedia unter CC-Lizenz)

Zeichen des Jakobswegs (von Skarabeusz in Wikipedia unter CC-Lizenz)

Heute bin ich auf dem Jakobsweg gewandert. Aber nicht auf dem Camino Francès, sondern ein kleines Stück von Litzelstetten nach Konstanz. Das war ein ziemlich spontaner Entschluss. Ich hatte Lust, zu Fuß in die Konstanzer Altstadt zu gehen. Als ich dann am Litzelstetter Ortsrand das Zeichen das Jakobswegs sah, hab ich mich entschieden, diesem Zeichen zu folgen.

Ausgangspunkt: Litzelstetten (Ortsrand)
Endpunkt: Konstanz (Münster)
Wegstrecke: ca. 10 km
Tag: Freitag, 31. März 2010
Anfang: 13:30 Uhr
Ende: 16:00 Uhr

Zunächst einmal ging es durch den Mainauwald, vorbei ging es dabei am ehemaligen Kloster St. Katharina. Kurz darauf gelangte ich an das Heizwerk der Uni Konstanz. Direkt am Heizwerk liegt ein kleiner Botanischer Garten mit einem Ökologischen Waldlehrpfad. Im Botanischen Garten war bedingt durch den erst kürzlich geendeten Winter noch nicht viel zu sehen, aber dafür auf dem Waldlehrpfad. Leider hatte ich keinen Führer für den Waldlehrpfad dabei. Man sieht dort – natürlich neben ganz normalen Bäumen – wunderschöne andere Waldpflanzen, z.B. Moose, aber auch das Absterben und Verwitterungsprozesse von Pflanzen werden dokumentiert. Da muss ich auf jeden Fall nochmal hin – dann aber mit Führer!

Jakobsweg von Litzelstetten nach Konstanz (basierend auf einer Karte von openstreetmap.org)

Jakobsweg von Litzelstetten nach Konstanz (basierend auf einer Karte von openstreetmap.org)

Kurz hinter dem Uni-Heizwerk liegt dann die eigentliche Universität. Daran vorbei gelangte ich – nach einem kleinem kurzen Waldweg – an den Stadtrand von Konstanz. Nun ging es eine Weile durch die Wohngebiete am Sonnenbühl. Bis dort hin war die Wegmarkierung sehr gut: Alle paar hundert Meter hing das Symbol der Jakobsmuschel an einem Baum oder Pfahl. Dabei zeigte die „Spitze“ der Muschel den Weg an. Nun innerorts war der Weg sehr schlecht markiert – oder ich hab die meisten Markierungen übersehen. Aber dank meiner Ortskenntnisse bin ich trotzdem gut weitergekommen.

Nächste Station war dann die knapp 400 Jahre alte Lorettokapelle mit ihrer hölzernen Betkapelle. Von dort aus ging es kurz durch ein Wohngebiet, dann vorbei an der Maria-Hilf-Kirche1 und schließlich durch den Lorettowald. Aus dem Lorettowald gelangte ich durchs Musikerviertel2 schließlich an den See.3 In dem Moment war es recht stürmisch, und so hatte der See tolle grüne, türkis, blaue und graue Farben.

Überhaupt war es heute ein tolles Wetter. Obwohl erst morgen der April beginnt, war es richtiges Aprilwetter. Sonne, Regen, Hagel, starker Wind – alles gabs heute, teilweise im Wechsel von nur wenigen Minuten. Mehrmals waren die Wechsel so schnell, dass sobald ich die Kapuze meiner Jacke wegen Regen aufgezogen hatte, der Regen schon wieder aufhörte und die Sonne rauskam.

Nun ging es am See entlang, zuerst am Seeuferweg, dann an der Seestraße bis zur Alten Rheinbrücke, die in die Altstadt führte. Da war es nur noch ein kurzes Stück bis zum Konstanzer Münster, das ich als Endpunkt meiner Wanderung auserkoren hatte. Ich weiß nicht, ob das jetzt einfach nur Lokalpatriotismus ist, aber für mich ist das Konstanzer Münster eins der schönsten Kirchengebäude, das ich je gesehen habe.

Von dort aus sind es dann auf dem Jakobsweg nur 2340 km nach Santiago de Compostela. Die werde ich nicht mehr heute und auch nicht morgen wandern. Aber irgendwann bestimmt… *träum*

Wegweiser

Wegweiser

Ehemaliges Kloster St. Katharina

Ehemaliges Kloster St. Katharina

Unterschiedliche Moose auf einem Baumstumpf am Ökologischen Waldlehrpfad

Unterschiedliche Moose auf einem Baumstumpf am Ökologischen Waldlehrpfad

Uni Konstanz

Uni Konstanz

Lorettokapelle mit Bethalle

Lorettokapelle mit Bethalle

Blick durch die Bethalle

Blick durch die Bethalle

Himmelfahrtsrampe (Maria-Hilf-Kirche)

Himmelfahrtsrampe (Maria-Hilf-Kirche)

Wetterwechsel überm See

Wetterwechsel überm See

blau-grün-türkis-grauer See

blau-grün-türkis-grauer See

Konstanzer Münster

Konstanzer Münster

2340 km nach Santiago de Compostela

2340 km nach Santiago de Compostela

  1. Wegen ihrer Architektur wird sie umgangssprachlich auch „Himmelfahrtsrampe“ genannt. []
  2. so genannt, weil fast alle Straßen die Namen von berühmten Komponisten tragen []
  3. Kaum jemand, der am Bodensee aufgewachsen ist, sagt Bodensee, sondern einfach nur See. []

Kategorie: Unterwegs
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17 Kommentare

  1. Nicht schlecht nicht schlecht. War doch ein ganz schönes Stückchen was du da gegangen bist oder? Wollte mal den Jakobsweg in echt mal gehen, aber habe leider bis heute noch nicht die Zeit dafür gefunden.

  2. 2
    Franziska 

    Ich würde das auch gerne machen, aber mit gehts wie dir, Charlotte. Die Fotos sind echt sehr schön :)

  3. 3
    Marko 

    Da wird einem wieder vor Augen geführt, was man noch so alles machen möchte. Von dem deutschen Jakobsweg habe ich auch schon gehört, mir aber noch nie den Streckenverlauf angeschaut. Da werde ich gleich mal Mr. Google befragen.

  4. Das sind echt coole Landschaftsaufnahmen. Ich würde auch gerne mal so spontan eine lange Wanderung unternehmen. Nur hab ich leider keine Zeit. Ich bin selbstständig und muss jeden Tag ran….schnief… halte Dir Dein Glück hoch und sei auch weiterhin so spontan. Andere beneiden Dich dafür.

    So Far….

    Andi

  5. 5
    Maria 

    Wir sind letztes Jahr mit ein paar Bekannten den Jakobsweg geradelt – zum laufen waren wir etwas zu faul. :)

    Aber es war auch so eine sehr schöne Erfahrung. Wir sind auch nicht die komplette Route abgefahren sondern hauptsächlich den spanischen Teil, da die Landschaft dort meiner Meinung nach am schönsten ist. Kann ich aber jedem nur wärmstens ans Herz legen.

  6. – schaut mal rein bei: http://www.via-beuronensis.de
    da sind viele Möglichkeiten fast zum Greifen nahe verzeichnet.
    Vieles ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu machen, allerdings leider nicht in jeder Gegend am Wochenende. Es kann passieren, daß man -nur unterbrochen durch Ortschaften- den ganzen Tag keinen Menschen trifft, aber viel Natur!

  7. 7
    Tami 

    Tolle Beschreibung und die Fotos machen Mut zum „Aufbrechen“! Vielen dank für diesen Beitrag, der wirklich toll ist.

  8. Wirklich schöne Fotos! Der Jakobsweg ist bei mir im nächsten Frühling auch geplant und wenn ich den Beitrag lese und die Bilder sehe, dann freue ich mich erst recht darauf. Schön auch das ehemalige Kloster St. Katharina, da könnte man was draus machen…

  9. 9
    anonym 

    Die Bilder schauen ja wirklich toll aus. Merkt man danach dann auch irgendwas, dass man vllt. irgendwie bewusster lebt nach so einer Pilgerung?

  10. 10
    anonym 

    wow, die bilder schaut super aus, wer hat das fotografiert ?

  11. Bei mir geht es erst im September los nach dem Motto: „soweit so gut“. Warscheinlich geht mir auch die puste schnel aus. Oder was so noch als erstes pasiert wie Blasen an den Füssen uns so …

  12. 12
    Christin 

    Sehr schöne Beschreibung und tolle Fotos, aber auch sehr anstrengend.

  13. 13
    anon 

    Schöne Bilder, evtl. gibts ja mal ein paar mehr wenn du den Weg weiter wanderst!!! ;-)

  14. 14
    Sofia 

    Die Tour klingt sehr anstrengend, aber sehr interessant.

  15. 15
    Michel 

    Bin letzten Sommer den spanischen Teil des Jacobswegs gelaufen, dass war ne tolle Erfahrung. Den Rucksack sollte man allerdings nicht zu sehr bestücken. ;-)

  16. 16
    Lukas 

    das mit dem Rucksack gilt wohl für jede Wanderung ;)

  1. 17
    Konstanz - Blog - 31 Mar 2010 (via Pingback)

    […] Grüner Nomade » Blog Archive » Auf dem Jakobsweg von Litzelstetten … […]

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