Freitag, 24. Februar 2006 | Autor: | Artikel ausdrucken

Eigentlich wollte ich grad wieder offline gehen. Als letztes wollte ich noch kurz Nachrichten beim Spiegel schauen und dabei bin ich auf diese Überschrift gestoßen:

Ärzte wollen Wiederbelebung von Alten einsparen

Sollten Seniorenheim-Bewohner nach einem Herzinfarkt nicht mehr wiederbelebt werden, um Kosten zu sparen? Britische Mediziner haben diese These jetzt in einem renommierten Fachblatt vorgestellt.

[…]

Deshalb müsse man ernsthaft überlegen, ob man in den Seniorenheimen überhaupt noch generell Opfer eines Herzstillstands wiederbeleben sollte – oder das dafür erforderliche Geld und Personal nicht besser anderswo einsetzt, schreiben Conroy und seine Kollegen im renommierten „British Medical Journal“.

Das ist wieder genau das Abwägen von Leben gegen Leben, das gerade erst vom Bundesverfassungsgericht in der Entscheidung gegen das Luftsicherheitsgesetz als menschenunwürdig verurteilt wurde.

Was mich auch noch extrem stört, dass vorgeschlagen wird, zwei Arten von Altersheimen zu errichten:

Den potenziellen Bewohnern des Heims könne man die „Hauspolitik der Nicht-Wiederbelebung“ vorher mitteilen. „Sie könnten sich dann überlegen, ob sie akzeptieren oder ablehnen“, heißt es in dem Artikel.

Denn sterben lassen ist im Zweifel billiger als der Einsatz teurer Geräte zur Wiederbelebung. Die erschreckende Konsequenz daraus ist, dass der Geldbeutel über Leben und Tod entscheidet! Denn wenn jemand sich das teure Altersheim, in dem Wiederbelebungen durchgeführt werden nicht leisten kann, bleibt ihm nur das andere Altersheim, in dem er bei einem Herzinfarkt sterben gelassen wird.

Wollen wir es wirklich so weit kommen lassen?

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