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	<title>Grüner Nomade &#187; UGB</title>
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		<title>Umweltgesetzbuch &#8211; hoffentlich nicht endg&#252;ltig gescheitert</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Feb 2009 14:03:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Bürokratie]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
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		<description><![CDATA[Eine schwarz-gelbe, eine rot-gr&#252;ne und zuletzt eine schwarz-rote Koalition haben daran gearbeitet: Das Umweltgesetzbuch, kurz UGB, war der Versuch, tausende von einzelnen (sich zum Teil widersprechenden) Umweltgesetzen zu kodifizieren (zusammenzufassen) und es stand kurz vor der Verabschiedung.

Aber nun ist es in die M&#252;hlen des heraufziehende Wahlkampfes geraten. Pl&#246;tzlich will die CSU das UGB nichtmehr ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine schwarz-gelbe, eine rot-gr&#252;ne und zuletzt eine schwarz-rote Koalition haben daran gearbeitet: Das Umweltgesetzbuch, kurz UGB, war der Versuch, tausende von einzelnen (sich zum Teil widersprechenden) Umweltgesetzen zu kodifizieren (zusammenzufassen) und es stand kurz vor der Verabschiedung.</p>
<p>Aber nun ist es in die M&#252;hlen des heraufziehende Wahlkampfes geraten. Pl&#246;tzlich will die CSU das UGB nichtmehr mittragen mit dem Argument, das UGB w&#252;rde zus&#228;tzliche B&#252;rokratie hervorrufen. Doch das Gegenteil ist richtig. Bisher ist das Umweltrecht ein Sammelsurium an einzelnen Bundes- und L&#228;ndergesetzen, zust&#228;ndig sind dutzende unterschiedliche Beh&#246;rden. Die B&#252;ndelung der vielen Einzelgesetze w&#228;re ein gro&#223;er Schritt in Richtung Transparenz, den das aktuelle Umweltrecht ist f&#252;r viele Unternehmen kaum und f&#252;r normale B&#252;rger*innen gar nichtmehr zu durchschauen. Das Umweltgesetzbuch w&#252;rde hier zu einer Vereinheitlichung der Regelungen und damit auch einer Straffung der B&#252;rokratie f&#252;hren, was gerade auch f&#252;r die Unternehmen von Vorteil w&#228;re:</p>
<blockquote><p><em>Verlierer im Berliner Hickhack k&#246;nnte ausgerechnet die Wirtschaft sein. Das Umweltgesetzbuch soll die hochkomplizierten und zerfaserten &#214;kogesetze vereinfachen. Zeitraubende Genehmigungsverfahren etwa sollen verk&#252;rzt werden. Derzeit muss ein Unternehmen, das eine Industrieanlage bauen will, Genehmigungen nach dem Wasserrecht, dem Naturschutz und der Bundesimmissionschutzverordnung einholen. K&#252;nftig soll daf&#252;r nur noch ein einziger Antrag erforderlich sein. Der Sachverst&#228;ndigenrat f&#252;r Umweltfragen attestierte der Bundesregierung, dass damit Unternehmen j&#228;hrlich 30 Millionen Euro sparen k&#246;nnten.</em></p>
<p>(Quelle: Der Westen, <a href="http://www.derwesten.de/nachrichten/waz/politik/2009/1/13/news-104827599/detail.html">Umweltgesetzbuch auf Eis gelegt</a>, 13.01.2009)</p></blockquote>
<p><span id="more-287"></span></p>
<p>Besonders verwerflich finde ich, dass die Union das Umweltgesetzbuch zu Fall bringt, obwohl das UGB eines der erkl&#228;rten Ziele der gro&#223;en Koalition ist. So bezeichnet Bundesumweltminister Gabriel das Scheitern in der <a href="http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/bab/bab628_bab-sendung12902.html">ARD</a> als Bruch des Koalitionvertrags bezeichnet, denn CDU, CSU und SPD hatten in ihrem <a href="http://www.bundesregierung.de/nsc_true/Content/DE/__Anlagen/koalitionsvertrag,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/koalitionsvertrag">Koalitionsvertrag</a> unter anderem festgelegt:</p>
<blockquote><p><em>Das historisch gewachsene, zwischen verschiedenen Fachgebieten sowie zwischen Bund undL&#228;ndern stark zersplitterte Umweltrecht, entspricht nicht den Anforderungen an eine integrierte Umweltpolitik:<br />
</em></p>
<ul>
<li><em>Das deutsche Umweltrecht soll vereinfacht und in einem Umweltgesetzbuch zusammengefasst werden.</em></li>
<li><em>Die verschiedenen Genehmigungsverfahren sind im Rahmen eines Umweltgesetzbuchs durch eine integrierte Vorhabengenehmigung zu ersetzen.</em></li>
<li><em>Die Bundesregierung wird in Br&#252;ssel eine Initiative f&#252;r die notwendige innere Harmonisierung und Vereinfachung des europ&#228;ischen Umweltrechts ergreifen.</em></li>
</ul>
</blockquote>
<p>Von der in der im Koalitionsvertrag erw&#228;hnten Initiative zum europ&#228;ischen Umweltrecht war in den letzten dreieinhalb Jahren nichts zu h&#246;ren. Aber wenn die Koalition es schon nicht hinkriegt, ihre Ziele national umzusetzen, wie sollte sie denn dann auf europ&#228;ischer Ebene etwas zu Stande kriegen.</p>
<p>Meiner Meinung nach ist das Scheitern darauf zur&#252;ckzuf&#252;hren, das die CSU momentan in einer gro&#223;en Krise steckt, unter anderem durch den Verlust ihrer Funktion als Quasi-Staatspartei in Bayern. Daher versucht die CSU auf koste was es wolle sich als eigenst&#228;ndige Partei zu profilieren. Aber leider merkt sie nicht, dass sie dadurch genau das Gegenteil bewirkt, n&#228;mlich sich einfach nur noch l&#228;cherlich macht.</p>
<p>Mit dieser Meinung stehe ich nicht alleine da, so sagte NABU-Pr&#228;sident Olaf Tschimpke im Interview mit der S&#252;ddeutschen:</p>
<blockquote><p><em>Die CSU versucht sich politisch abzusetzen. Sie hat aus taktischem Kalk&#252;l das Gesetzbuch vor die Wand fahren lassen. [...] Wenn sie sich jetzt in der Abschlussphase hinstellt und sagt, das passt uns nicht, ist das sehr unsauber.</em></p>
<p>(Quelle: S&#252;ddeutsche, <a href="http://www.sueddeutsche.de/458382/630/2741352/Das-kann-doch-nicht-wahr-sein.html">&#8220;Das kann doch nicht wahr sein&#8221;</a>, 03.02.2009)</p></blockquote>
<p>Von <em>extra-3</em> gibt es ein sehenswertes Video zum Scheitern des UGB:</p>
<p style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="580" height="365" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/UcokUEdDChU&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00&amp;border=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="580" height="365" src="http://www.youtube.com/v/UcokUEdDChU&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00&amp;border=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Ich hoffe einfach, dass es das Umweltgesetzbuch noch irgendwie schafft, umgesetzt werden.</p>
<p><strong><em>Update 14.02.2009:</em></strong> Allerdings wird so langsam die Zeit knapp. Da Wasser- und Naturschutzrecht eigentlich im Kompetenzbereich der Bundesl&#228;nder liegt und diese daher eigen Regelungen in dem Bereich erlassen k&#246;nnen, wurde im Rahmen der F&#246;rderalismusreform II eine &#220;bergangsregelung (quasi ein Stillhalteabkommen) zwischen Bund und L&#228;ndern bis zum 31.12.2009 vereinbart, in denen die L&#228;nder keine neuen Umweltgesetze machen k&#246;nnen. Dieser Zeitraum wurde zur Einf&#252;hrung des Umweltgesetzbuches geschaffen, aber nun dr&#228;ngt die Zeit. Angesichts der Bundestagswahl im September m&#252;sste das UGB noch vor der Sommerpause verabschiedet werden. Und da es nach dem Bundeskabinett sowohl durch den Bundestag als auch durch den Bundesrat beschlossen werden muss, wird es zeitlich sehr eng.</p>
<p>Eine derzeitig diskutierte Option ist, dass nur Teile des UGB in Form von Einzelgesetzen verabschiedet werden:</p>
<blockquote><p><em>Der Umweltminister bef&#252;rchtet nun auch Verz&#246;gerungen beim Erlass des Bundesnaturschutzgesetzes und des Wasserhaushaltsgesetzes. Diese beiden Gesetze sollen, so der Minister, die unstreitigen Teile des UGB enthalten und Konsequenzen aus der F&#246;deralismusreform I ziehen.</em></p>
<p>(Quelle: <a href="http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2009/2009_043/02.html">Pressemitteilung des Deutschen Bundestages</a>, 11.02.2009)</p></blockquote>
<p>Wahrscheinlich aber wird es irgendeinen politischen Kuhhandel geben, ich hoffe nur, dass dieser Deal nicht zu absurd wird. Eine M&#246;glichkeit, die sich derzeit abzeichnet:</p>
<blockquote><p><em>Wenn die SPD zustimme, die Steuer f&#252;r Traktorendiesel zu senken, um den Bauern in der Wirtschaftskrise zu helfen, sei die CSU bereit, das UGB doch noch zu akzeptieren.</em></p>
<p>(Quelle: Spiegel online, <a href="http://www.spiegel.de/politik/debatte/0,1518,607065,00.html">Rot-rot-gr&#252;ne Mehrheit widersetzt sich CDU</a>, 11.02.2009)</p></blockquote>
<p>Es lebe die Agrarlobby!</p>
<p><em><strong>Update 23.02.2009:</strong></em> Die Forderungen der CSU werden immer absurder: Jetzt blockiert die CSU auch noch den Teil zum Wasser- und Naturschutzrecht, der eigentlich schon mal Konsnce war:</p>
<blockquote><p>Auf Intervention des CSU-gef&#252;hrten Bundeswirtschaftsministeriums befasste sich das Kabinett am Mittwoch nicht mit Gesetzen zum Wasserrecht und zum Naturschutz. Beide Gesetze sollten anstelle des Umweltgesetzbuches noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet werden; dies w&#252;rde zumindest in Fragen des Gew&#228;sser- und Naturschutzes bundeseinheitliche Regeln schaffen.</p>
<p>(Quelle: s&#252;ddeutsche, <a href="http://www.sueddeutsche.de/059387/897/2765008/CSU-will-Gegenleistung-fuer-neues-Umweltrecht.html">CSU will Gegenleistung f&#252;r neues Umweltrecht</a>, 19.02.2009)</p></blockquote>
<p>Da kann ich Sigmar Gabriel nur rechtgeben, wenn er sagt:</p>
<blockquote><p>&#8220;<em>Die CSU agiert als Abrissbirne des Umweltrechts.</em>&#8221;</p>
<p>(Quelle: gleicher Artikel in s&#252;ddeutsche)</p></blockquote>
<p>Die CSU versucht wohl weiterhin sich f&#252;r die kommenden Wahlen und insbesondere die Europawahl zu profilieren. Aber womit? Meint die CSU etwa, sie k&#246;nne sich mit solchen politisch unsinnigen Man&#246;vern umweltpolitisch profilieren?</p>
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