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	<title>Grüner Nomade &#187; Energieeinsparung</title>
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		<title>Energie europ&#228;isch denken</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Jul 2009 16:58:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erneuerbare Energien]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Energieeffizienz]]></category>
		<category><![CDATA[Energieeinsparung]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[ZITRO]]></category>

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In den n&#228;chsten Jahren stehen wir vor einer gro&#223;en Herausforderung. Wir m&#252;ssen unser System der Energienutzung radikal umbauen. Angesichts des Klimawandels m&#252;ssen wir so schnell wie m&#246;glich weg von den fossilen Energietr&#228;gern Kohle, &#214;l und Erdgas, die sowieso in absehbarer Zeit zur Neige gehen. Auch die verst&#228;rkte Nutzung der Atomenergie bleibt angesichts der Sicherheitsrisiken ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://www.flickr.com/photos/afloresm/1448540890/"><img title="Solarturm-Kraftwerk (Bild von afloresm unter CC-Lizenz)" src="http://farm2.static.flickr.com/1093/1448540890_b16cdf810a.jpg" alt="Solarturm-Kraftwerk (Bild von afloresm unter CC-Lizenz)" width="500" height="222" /></a><p class="wp-caption-text">Solarturm-Kraftwerk (Bild von afloresm unter CC-Lizenz)</p></div>
<p>In den n&#228;chsten Jahren stehen wir vor einer gro&#223;en Herausforderung. Wir m&#252;ssen unser System der Energienutzung radikal umbauen. Angesichts des Klimawandels m&#252;ssen wir so schnell wie m&#246;glich weg von den fossilen Energietr&#228;gern Kohle, &#214;l und Erdgas, die sowieso in absehbarer Zeit zur Neige gehen. Auch die verst&#228;rkte Nutzung der Atomenergie bleibt angesichts der Sicherheitsrisiken und der ungel&#246;sten Atomm&#252;llfrage keine Option. Aber diesen Umstieg von fossil und nuklear hin zu erneuerbar k&#246;nnen nicht alle L&#228;nder f&#252;r sich alleine schaffen.</p>
<p>Die Formel f&#252;r ein zukunftsf&#228;higes, nachhaltiges Energiesystem lautet <strong>4 E</strong>: <strong>E</strong>rneuerbar, <strong>E</strong>insparung, <strong>E</strong>ffizienz, <strong>E</strong>uropa!</p>
<p><span id="more-627"></span></p>
<h2>Erneuerbar</h2>
<p>&#220;ber ganz Europa gesehen haben wir ein vielf&#228;ltigeres Angebot an Energiequellen, als es jedes Land f&#252;r sich einzeln hat. So haben die s&#252;dlichen L&#228;nder wie Spanien, Italien und Griechenland ein gro&#223;es Potential f&#252;r solarthermische Kraftwerke. An den Meeresk&#252;sten, insbesondere an der Atlantikk&#252;ste, von Irland &#252;ber Frankreich bis Portugal, bieten sich ideale Bedingungen f&#252;r die Windenergie. In den d&#252;nn bewohnten L&#228;nder wie zum Beispiel Finnland oder Schweden gibt es ein gro&#223;es Potential zur Nutzung von Biomasse. In den Alpenl&#228;ndern Schweiz und &#214;sterreich gibt es M&#246;glichkeiten zum Ausbau der Wasserkraft. Island bietet sich an f&#252;r Geothermienutzung. In Gro&#223;britannien gibt es Bestrebungen zur Nutzung der Energie von Meeresstr&#246;mungen und Gezeiten. Noch dieses Jahr soll in Norwegen das erste Osmosekraftwerk in Betrieb gehen. Diese Liste lie&#223;e sich fast beliebig erweitern, auch wenn ich hier jeweils nur ein paar wenige L&#228;nder exemplarisch genannt habe, so l&#228;sst sich dennoch eines hinzuf&#252;gen: in fast jedem Land gibt es Gebiete, in denen sich eine der Energiequellen besonders gut einsetzen l&#228;sst. Ganz neue und innovative Techniken erweitern die Vielfalt der erneuerbaren Energien.</p>
<p>Betrachten wir aber nun ganz Europa, so l&#228;sst sich eines feststellen: Auf Grund der geographischen Ausdehnung von Europa erg&#228;nzen sich die Potentiale sehr gut. Denn es ist nahezu ausgeschlossen, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt nirgendwo der Wind weht oder nirgends die Sonne scheint. Um dieses Potential aber nutzen zu k&#246;nnen, m&#252;ssen bestehende Engp&#228;sse beseitigt werden. Zum einen muss das H&#246;chstspannungsnetz ausgebaut werden, um die Energie durch ganz Europa transportieren zu k&#246;nnen. Zum anderen m&#252;ssen Kuppelstellen der einzelnen nationalen Hochspannungsnetze verst&#228;rkt werden, damit der elektrische Strom europaweit grenzenlos flie&#223;en kann.</p>
<h2>Einsparung</h2>
<p>Wichtig ist, dass so viel Energie wie m&#246;glich eingespart wird.</p>
<p>Eine besondere Bedeutung hat hier der W&#228;rmesektor: es gibt in Europa sehr viele Geb&#228;ude, die eine sehr schlechte W&#228;rmed&#228;mmung haben und daher gro&#223;e Mengen an Heizenergie ben&#246;tigen. Dies trifft auf Osteuropa gleich dreifach zu: Zum einen sind dort sehr viele Geb&#228;ude sanierungsbed&#252;rftig. Zum anderen sind die Winter in Osteuropa auf Grund des dort herrschenden kontinentalen Klimas deutlich k&#228;lter als in Westeuropa. Zum dritten haben die Staaten in Osteuropa die geringste Wirtschaftsleistung von allen Mitgliedstaaten der Europ&#228;ischen Union und daher die geringsten finanziellen Spielr&#228;ume, um selbst aktive F&#246;rderung zu betreiben. Um diese Nachteile auszugleichen, ist ein europ&#228;isches F&#246;rderprogramm speziell f&#252;r Osteuropa zur W&#228;rmed&#228;mmung und energetischen Sanierung von Geb&#228;uden w&#252;nschenswert.</p>
<p>Auch im europaweiten Verkehr l&#228;sst sich viel Energie einsparen. Durch den Ausbau des europ&#228;ischen Hochgeschwindigkeit-Eisenbahnnetzes sowie eine fl&#228;chendeckende Anbindung an das Schienennetz bietet die Chance, einen gro&#223;en Teil des europ&#228;ischen Reiseverkehrs von Flugzeug und Auto auf die Schiene zu bringen. Aber auch die F&#246;rderung von Fernreisebuslinien darf dabei nicht vergessen werden.</p>
<h2>Effizienz</h2>
<p>Energie wird derzeit vorallem als Strom, als W&#228;rme und als Antrieb im Verkehrssektor genutzt. Die Energiestr&#246;me dieser drei Sektoren sind bisher relativ unabh&#228;ngig von einander. F&#252;r die Zukunft wird es entscheidend schein, dass es uns gelingt, diese drei Energiestr&#246;me miteinander zu verzahnen, und dadurch Energie viel effizienter zu nutzen. So k&#246;nnen zum Beispiel Strom und W&#228;rme gemeinsam in Blockheizkraftwerken erzeugt werden. Die Effizienz ist hierbei viel gr&#246;&#223;er, als wenn Strom und W&#228;rme getrennt voneinander erzeugt werden w&#252;rden.</p>
<p>Auch die Verbindung des Verkehrssektors mit dem Stromsektor ist eine wichtige Aufgabe f&#252;r die Zukunft. Es wird viel mehr Elektrofahrzeuge auf unseren Stra&#223;en geben, denn sie nutzen die zur Verf&#252;gung stehende Energie wesentlich effizienter als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren. Die allermeisten der neuen Elektrofahrzeuge werden &#252;ber einen eingebauten Akku verf&#252;gen. In Summe ergibt dies eine sehr gro&#223;e Speicherkapazit&#228;t. Die Akkus der Elektrofahrzeuge k&#246;nnen genutzt werden, das schwankende Angebot an erneuerbarer Energie und die ebenfalls schwankende Nachfrage an Strom auszugleichen.</p>
<h2>Europa</h2>
<p>Ein zentrales Element des Umbaus des europ&#228;ischen Energiesystems hin zu erneuerbaren Energien ist, dass alle europ&#228;ischen L&#228;nder ein Energieeinspeisegesetz einf&#252;hren (m&#246;glichst nach dem erfolgreichen Vorbild des deutschen EEG). Ein solches Gesetz garantiert den Erzeuger*innen, dass Strom aus erneuerbaren Energiequellen bevorzugt ins Netz eingespeist wird, bei einer garantierten Mindestverg&#252;tung.</p>
<p>Zur F&#246;rderung der erneuerbaren Energien muss eine „Europ&#228;ische Gemeinschaft f&#252;r Erneuerbare Energien“ (ERENE) gegr&#252;ndet werden. Solche energiepolitischen Gemeinschaften gab und gibt es bereits f&#252;r die konventionellen Energien: Seit 1952 gab es die „Europ&#228;ische Gemeinschaft f&#252;r Kohle und Stahl“ (EGKS) 1957 wurde die „Europ&#228;ische Atomenergiegemeinschaft“ (EURATOM). Die EGKS wurde 2002 abgeschafft, die EURATOM existiert weiter und hat j&#228;hrlich mehrere Milliarden Euro zur Verf&#252;gung. Durch die Abschaffung der EURATOM (und der damit verbundenen Beseitigung der Subventionen in die Atomenergie) st&#252;nden das Geld f&#252;r die F&#246;rderung der erneuerbaren Energien in Europa zur Verf&#252;gung.</p>
<h2>Eine sonnige Zukunft</h2>
<p>Europa hat gen&#252;gend Energiequellen um sich selbst mit erneuerbarer Energie. Ein Schritt auf dem Weg war das gute Abschneiden der Gr&#252;nen Parteien insbesondere bei de Europawahl im Juni 2009.</p>
<p><em>Dieses Blogeintrag ist eine leicht modifizierte Variante meines gleichnamigen Artikels, der in der ZITRO (Zeitschrift der Gr&#252;nen Jugend Baden-W&#252;rttemberg), Ausgabe 01/2009, erschienen ist.</em></p>
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