Archive for the Category » Verkehr und Mobilität «

Tuesday, February 02nd, 2010 | Author: Lukas
Energy von mbgrigby bei flickr unter cc-Lizenz

Energy von mbgrigby bei flickr unter cc-Lizenz

Letzte Woche hat die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e.V. (AGEB) die Energieverbrauchsdaten für das Jahr 2009 herausgegeben. Die meiner Meinung interessantesten der darin enthaltenen Zahlen und Fakten möchte ich hier zusammenfassen.

Auf Grund der wirtschaftlichen Entwicklung letztes Jahr sank der Energieverbrauch um 6,5 Prozent. Der Energieverbrauch ist damit stärker zurückgegangen als das Bruttoinlandsprodukt, was daran liegt, das besonders energieintensive Unternehmen von der Wirtschaftskrise betroffen sind. Zurück ging allerdings nur die Energieerzeugung aus allen konventionellen Energieträgern, wohingegen die erneuerbaren Energien um 4 Prozent zulegten.

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Wednesday, January 27th, 2010 | Author: Lukas

Ende Dezember waren wir ein paar Tage in Frankreich, dabei in Compiègne, einer mittelgroßen Stadt, etwa 80 Kilometer nördlich von Paris. Bevor wir dort hingefahren sind, hat eine Bekannte zu uns gesagt:

In Compiègne könnt ihr mit dem Bus einfach so fahren, ihr braucht nichts zu bezahlen.

Ich dachte, ich hätte mich verhört und konnte es im ersten Moment nicht glauben.

Aber dann in Compiègne angekommen zeigte es: es gab an den Bushaltestellen keine Fahrkartenautomaten und auch im Bus musste - und konnte - man kein Ticket kaufen. Und das auf allen elf Buslinien und an allen Tagen (außer sonntags). Wer genau für die Kosten für den Busverkehr weiß ich nicht, ich vermute aber mal, dass die Kosten aus der Stadt- und/oder der Staatskasse beglichen werden.

Die Grüne Jugend fordert einen kostenlosen ÖPNV bei uns. Bisher hielt ich das für eine Utopie, fern ab jeglicher realpolitischer Forderung. Aber dass es in Compiègne geht, lässt mich dann doch umdenken. So viel anders als Frankreich sind ist Deutschland auch nicht…

Saturday, January 09th, 2010 | Author: Lukas
Schneepflug von arne.list unter cc-Lizenz

Schneepflug von arne.list unter cc-Lizenz

In den Medien, aber auch in den alltäglichen Gesprächen scheint es nur noch ein Thema zu geben:

  • Wird das Verkehrschaos kommen?
  • Wird das Stromnetz zusammenbrechen?
  • Wird das winterliche Tief Daisy uns in ein totales Katastrophenwochenende stürzen?
  • Wird The Day After Tomorrow Realität? Schon morgen vielleicht?

Und die Leute rüsten sich: Lebensmittel werden gehamstert, Streusalz geht säckeweise über die Ladentheken,  teilweise wird sogar Kochsalz als Streusalzersatz gekauft. Auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe braucht nicht mehr Hamster zu züchten, sondern darf sich auch endlich mal zu Wort melden.

Meiner Meinung nach ist das übertriebene Panik. Allein schon das Wort “Extremwinter” das überall fällt ist total übertrieben. Das ist jetzt halt einfach mal ein Winter wie er sein sollte. Kalt. Und mit Schnee.

Ich empfehle mal die Leküre dieser beiden Artikel:

Wer glaubt, dass wegen Daisy gar der Klimawandel abgesagt ist, lese sich dieses Interview mit Mojib Latif durch.

Angesichts der ganzen Panik ruft folgerichtig der TagesschauM schon mal die Alarmstufe Weiß! aus:

Denn es ist wieder so weit: Mitten im Winter schneit es!
OH MEIN GOTT!

Monday, March 23rd, 2009 | Author: Lukas

Wenn ich Samstags im Zug unterwegs bin, sind oft Fußballfans mit dabei -  inbesondere in Regionalzügen.

Viele davon sind mir sympatisch. Zum Beispiel Gruppen angeregt diskutierender älterer Männer. Oder kleine, familiäre Fangruppen, also Vater mit Tocher und/oder Mutter mit Sohn. Oder mit Schals und Trikots geschmückte Pärchen. Oder…

Negativ fällt mir aber immer wieder eine Gruppe auf: als männlich sozialisierte Fußballfans im Alter zwischen etwa 16 und 25 Jahren.

Kaum haben diese den Zug betreten, beginnen Sie erst einmal gröhlende Gesänge mit meist sexististischem Inhalt. Angefangen bei noch eher harmlosen Textpassagen wie “schneeweißen Titten”, über schon eindeutigerem “Nimm ihn in den Mund, ich hab Geburtstag!” bis hin zu (meiner Interpretation nach)  sexuelle Gewalt verherrlichenden Texten wie “Im Schlaf hab ich dich zur Mutter gemacht” ist leider alles dabei.

Nach ein einigen Minuten ist der Spuk quasi vorbei. Es bleibt zwar relativ laut im Zug, die Fans lacheln, rufen, gröhlen alles mögliche, angefangen von Rufen nach “Bier her” über Veralberungen von Leuten innerhalb der Gruppe bis hin zu Spot über den Gegner des jeweiligen Spieltags. Der Frauen verachtende Anteil der Äußerungen nimmt sehr stark ab (auch wenn er leider nicht ganz verschwindet).

Es bleibt aber ein fahler Beigeschmack: Mir kommt es so vor, als ob das  sexistische Gegröhle nach dem Einstieg vorallem dazu dient, den Zug - mental und physisch - unter ihre Macht zu bekommen und sich so gegenseitig die Männlichkeit zu beweisen.

Monday, February 23rd, 2009 | Author: Lukas

Zu der Datenschutzaffäre bei der Deutschen Bahn hat Extra 3 mal wieder ein geniales Satire-Video produziert.

Saturday, January 03rd, 2009 | Author: Lukas

Zwischen Weihnachten und Silvester war ich ein paar Tage in Bremen und Bremerhaven, mal komplett unpolitisch, ganz privat. Darüber möchte ich jetzt nicht groß schreiben, sondern nur über ein Kuriosum, das ich dort gesehen habe:

In Bremerhaven habe ich ganz klischee-touri-mäßig eine Hafenrundfahrt in einer Barkasse gemacht. Dabei sind wir auch an der Autoverladung vorbei gekommen. Dabei wurde erzählt, dass wegen der Finanzkrise die noch viel mehr Autos rumstehen, also sonst üblich. Die Autos werden gebaut und werden bis Bremerhaven gebracht, aber da stehen sie dann einfach, da niemand mehr Autos kaufen möchte. Mittlerweile ist die Lagerkapazität in Bremerhaven mehr als ausgereizt, angeblich stehen da mittlerweileschon  Autos im Wert von über vier Milliarden Euro rum.

Sunday, October 15th, 2006 | Author: Lukas

Da platzt mir echt die Hutschnur!!!

Wie ich in unserem Wochenblatt, dem Konstanzer Anzeiger (11.10.06, Seite 2) lesen musste, gibt es in Allensbach jetzt eine Bürgerinitiative, die sich gegen den Bahngüterverkehr wendet, im Speziellen gegen den auf der Strecke zwischen Konstanz und Singen.

Frei nach dem Motto: “Bahngüterverkehr ja, aber bitte nicht, wenn es mich betrifft…”

So eine Mentalität kotzt mich echt an… Ich mein, keiner wird gezwungen, sich eine Wohnung direkt an der Bahnstrecke zu suchen.

Wednesday, February 15th, 2006 | Author: Lukas

Das Bundesverfassungsgericht hat heute die im Luftsicherheitsgesetz enthaltene Ermächtigung zum Abschuss von entführten Flugzeugen für verfassungswidrig und damit für nichtig erklärt, auch wenn das entführte Flugzeug als Waffe wie am 11. September 2001 in New York eingesetzt werden sollte.

Luftsicherheitsgesetz (LuftSiG)
§ 14 Einsatzmaßnahmen, Anordnungsbefugnis

(3) Die unmittelbare Einwirkung mit Waffengewalt ist nur zulässig, wenn nach den Umständen davon auszugehen ist, dass das Luftfahrzeug gegen das Leben von Menschen eingesetzt werden soll, und sie das einzige Mittel zur Abwehr dieser gegenwärtigen Gefahr ist.

(4) Die Maßnahme nach Absatz 3 kann nur der Bundesminister der Verteidigung oder im Vertretungsfall das zu seiner Vertretung berechtigte Mitglied der Bundesregierung anordnen. Im Übrigen kann der Bundesminister der Verteidigung den Inspekteur der Luftwaffe generell ermächtigen, Maßnahmen nach Absatz 1 anzuordnen.

Über diese Entscheidung bin ich sehr froh, denn das Luftsicherheitsgesetz hätte dem Bundesverteidigungsminister die Erlaubnis gegeben, im Zweifelsfalle einfach so duzende oder gar hunderte von unschuldigen Menschen zu töten.

Mir ist bewusst, dass das Luftsicherheitsgesetz noch unter der Rot-Grünen Bundesregierung verabschiedet und in Kraft getreten ist, Bündnis 90/Die Grünen das Gesetz also mitgetragen haben. Ich habe allerdings das Luftsicherheitsgesetz immer kritisiert, und nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts gibt es in diesem Gesetz einige Dinge, die mich sehr stören, so zum Beispiel die Zuverlässigkeitsüberprüfungen in § 7:

  • So müssen Piloten ihre eigene Zuverlässigkeitsüberprüfung beantragen und über dies dafür auch noch die Kosten übernehmen. Beantragt er die Überprüfung nicht, so erlischt seine Pilotenlizenz. Das ist ungefähr damit vergleichbar, wie wenn ein Unternehmer sich selbst auf den Verdacht von Steuerhinterziehung anzeigen müsste, für die Anzeige und das Ermittlungsverfahren Geld bezahlen müsste, und würde er das nicht machen, müsste er seine Firma schließen.
  • Wo überall nachgefragt werden muss: das verstößt für mich auf jeden Fall gegen den Datenschutz: Polizeivollzugsbehörde, Verfassungsschutz der Länder und des Bundes, BKA, Zollkriminalamt, Bundesnachrichtendienst, Militärischer Abschirmdienst, Stasi-Behörde, Bundeszentralregister. Bei Ausländern zusätzlich: Ausländerzentralregister und Ausländerbehörden. Zusätzlich: Flugplatzbetreiber, Luftfahrtunternehmen und gegenwärtiger Arbeitgeber. Und weil das noch nicht reicht, darf auch bei ausländischen Sicherheitsbehörden nachgefragt werden.
  • Das ganze gilt aber nur für Inhaber einer deutschen Fluglizenz. Es ist aber möglich, auch für Deutsche, im Ausland eine Fluglizenz zu erwerben. Dann findet eine Sicherheitsüberprüfung nicht statt.
  • Fazit: das ganze ist ein absoluter Schwachsinn: einerseits werden sehr viele, zum Teil aus meiner Sicht absolut überflüssige Daten gesammelt, andererseits hat das Gesetz so viele Lücken und Ausweichmöglichkeiten, dass jeder, der sich ein bisschen mit Luftfahrt auskennt, das problemlos umgehen kann, aber trotzdem einen Terroranschlag verüben kann.

Wer ein bisschen weiterlesen möchte, kann dies hier tun:

Das Luftsicherheitsgesetz kann in Juris nachgelesen werden: http://bundesrecht.juris.de/luftsig/