Sonntag, 11. September 2011 | Autor: | Artikel ausdrucken
Ausgangs-/Endpunkt: Jakobsbad (869 Meter)
Gipfel: Spitzli (1520 Meter)
Hohe Petersalp (1589 Meter)
Kronberg (1663 Meter)
Tag: Dienstag, 26. Juli 2011
Anfang: 09:30 Uhr
Ende: 18:15 Uhr
Karte: Kompass Wanderkarte Nr. 112
Appenzeller Land, St. Gallen, Säntis
Maßstab 1 : 50 000

Früh morgens um halb sechs klingelte der Wecker. So früh aufstehen, och nö. Aber dann fällt mir ja ein, dass der Wecker nicht klingelt, um mich zur Arbeit zu rufen, sondern er klingelt, weil ich an diesem Tag in die Berge möchte. Ursprünglich wollte ich den Säntis, mit 2502 m den höchsten Berg des Alpsteins, besteigen. Da es aber dort zwei Tage zuvor geschneit hatte und der Aufstieg auch ohne Schnee nicht so ganz ohne sein soll, hatte ich stattdessen den Kronberg als Ersatzziel auserkoren. Der Kronberg ist mit 1663 m zwar deutlich niedriger als der Säntis, aber angesichts der unsicheren Wettervorhersage war mir der Berg dann doch hoch genug.

Um 7:21 Uhr fuhr dann also der Zug in Konstanz los. Nach Umsteigen in Weinfelden, Gossau, Herisau und Urnäsch gelangte kam ich um 9:12 Uhr in Jakobsbad, einem kleinen Dorf am Fuß des Kronberg, an.1

Eigentlich hatte ich eine eher kleine Runde vor: halbrechts von der Seilbahn in einem kleinen Bogen auf dem kürzesten und steilsten Weg in ein bis zwei Stunden den Berg hinauf, dann eine Stunde auf dem Grat entlang bis zur Scheidegg und dann links von der Seilbahn den Berg in ein bis zwei Stunden wieder hinunter. Als ich dann auf die große Karte an der Talstation der Seilbahn stand, entschied ich mich spontan um: ich wollte noch die Hohe Petersalp mit dem Spitzli mitnehmen, dadurch die Tour deutlich verlängern und den Kronberg quasi von hinten besteigen.

So wanderte ich dann also zunächst auf einem Fahrweg und später auf einem Weg über Weiden immer weiter nach oben. Doch dann teilte sich der Weg, in die eine Richtung zur Hohen Petersalp, auf dem anderen Weg zum Spitzli. Da war ich etwas verwundert, denn auf meiner Wanderkarte war das irgendwie nicht erkennen gewesen, dass sich da der Weg spaltet und vorallem, dass Spitzli und Petersalp zwei eigenständige Gipfel sind. Auf der Karte sah das viel mehr so aus, dass das Spitzli der Gipfel der Petersalp sei. Da ich gut in der Zeit war, entschied ich mich einfach dafür, beide Gipfel „mitzunehmen“.

Bildergalerie:

So stieg ich dann auf das Spitzli, teilweise über tiefmatschige Wiesen. Entschädigt wurde ich mit einem einsamen Gipfel mit Gipfelkreuz und Gipfelbuch und vorallem schönem Blick in die Umgebung :) Später, bei der Hohen Petersalp und dann erstrecht auf dem Kronberg waren dann schon ein paar mehr Leute unterwegs. Auf dem Kronberg wunderte ich mich dann, dass es kein Gipfelkreuz gab, sondern stattdessen nur einen Flaggenenmast mit der Schweizer Flagge. Dafür war der war der Blick noch gigantischer: Im Norden konnte man bis zum Bodensee sehen, ja sogar den Bismarckturm in Konstanz konnte ich durchs Fernglas erkennen. Und im Süden bauten sich der Alpstein mit seinen vielen Gipfel, darunter unter anderem als imposantestem der Säntis, sowie in einiger Entfernung der Kamor und der Hohe Kasten, die ich vor zwei Jahren bestiegen habe, sowie viele andere, deren Namen ich leider nicht kenne.

Rundblick vom Kronberg:

Der Abstieg war dann recht unspektakulär und ging zunächst vorbei an der Jakobskapelle zur Scheidegg und dann über einen gemütlichen Weg ins Tal nach Jakobsbad.

Insgesamt war das eine sehr schöne Wanderung. Ich bin die ganze Zeit unterhalb der Wolkengrenze geblieben und hatte immer herrliche Fernblicke. Insofern ist es eine lohnende Tour vor allem für solche Tage, an denen Touren in größere Höhen wegen zu starker Bewölkung nicht sinnvoll sind.

Noch ein paar nützliche Links:

Anmerkungen:

  1. Normalerweise muss man nicht in Herisau und Urnäsch umsteigen. Ein paar Tage zuvor gab es aber in Folge von starken Regenfällen Erdrutsche, weswegen die Bahnstrecke zwischen Herisau und Urnäsch gesperrt war und ein Schienenersatzbus fuhr. []
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Kategorie: Unterwegs
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7 Kommentare

  1. 1
    Post aus Südtirol 

    Wow, was für eine Aussicht man da hat. Wirklich grandios!
    Ich bin eigentlich kein großer Wanderfreund, aber für so eine Aussicht würde ich mich auch mal aufraffen ;)

  2. 2
    Benjamin Fensch 

    Sehr interessante Sache – gerade für Wanderfreunde bietet das doch echt sehr viel Möglichkeiten. Alleine die Aussicht, die du da festgehalten hast! Top!

  3. 3
    Milos 

    Da muss ich mir glatt paar neue Wanderschuhe kaufen. Sehr inspirierend …

  4. Bin über einen Kollegen auf diesen Blog gestoßen. Habe aber eine dringende Frage. Welche Wanderschuhe soll ich mir kaufen? Habe auch vor zu wandern und möchte keine Blasen an den Füßen nach drei Kilometer.

  5. 5
    Lukas 

    Das wichtigste ist, dass die Wanderschuhe gut passen, also auf jeden Fall im Laden anprobieren und über unebenes Gelände gehen. In einem vernünftigen Geschäft, das Wanderschuhe im Angebot hat, sollte es eine Teststrecke geben.

  6. 6
    Dirk 

    Als ich noch in Deutschland gewohnt habe war ich öfters mal in den Alpen wandern. Es gibt nichts über die Entspannung die man hat wenn man alleine durch die Berge wandert. Das ist nur zu toppen mit einem Hüttenurlaub ohne Strom :-)

  7. 7
    Bernd S. 

    Da bekommt man Fernweh … :D:D

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