Dieses Semester habe ich im Hochschulsport an der Uni Kassel einen Kletterkurs belegt. Nach einigen Abenden in der Kletterhalle, in denen wir Grundlagen wie die unterschiedlichn Klettertechniken und richtiges Sichern gelernt haben, stand zum Abschluss am letzten Sonntag das Klettern an einem Felsen in freier Natur auf dem Programm. Wir haben uns für den Scharfenstein entschieden, ein Basaltkegel eines ehemaligen Vulkans, ca. 20 km südlich von Kassel. Das Wetter am Sonntag Morgen sah dann aber leider alles andere als toll aus, es hingen dunkle Wolken am Himmel und früh morgens hatte es sogar geregnet. Aber wir haben es riskiert und sind trotz dem unsicheren Wetter zu den Felsen gefahren. Zum Glück, denn das Wetter hielt tatsächlich den ganzen Tag durch, gegen Nachmittag kam zeitweise sogar die Sonne raus.
Am Scharfenstein angekommen hängte unser Kletterlehrer Heinz nacheinander insgesamt sieben Seile für Kletterrouten in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden ein und damit ging die Kletterei für uns los. Da niemand anderes aus unserer Gruppe beginnen wollte, war ich der erste, der sich an den Fels wagte. Zu Beginn war ich etwas unsicher, aber dennoch habe ich gleich die erste Route bis oben hin geschafft. Wenn man – wie ich – bisher nur in der Halle geklettert ist, so ist das Klettern am Fels allerdings einiges anders: In der Halle sind die Griffe und Tritte schön bunt, der Fels hingegen ist einfach grau in grau. Das macht es schwieriger, einen guten Griff zu sehen. Mir ging es oft so, dass ich keinen Griff gesehen habe, aber durch Abtasten des Fels einen guten Griff gefunden habe. Bei manchen Routen sieht man bereits nach wenigen Metern seinen Sicherungspartner bzw. seine Sicherungspartnerin am Boden nicht mehr. Da ist nochmal einiges mehr an Vertrauen nötig, wenn man die Person, der man im Falle des Falles (also bei einem Sturz) sein Leben in die (Sicherungs-)Hände legt, gar nicht mehr sieht. Und man plötzlich den Sinn von klaren, kurzen Kommandos, da es bereits über wenige Meter schwierig wird, sich richtig zu verständigen. Aber nach kurzer Zeit – sprich nach dem Klettern von ein paar Routen – hat man sich an die veränderten Umstände gewöhnt und man fühlt sich ähnlich sicher wie in der Kletterhalle.
Eines der Highlights des Tages war das Abseilen: Wenn wir oben am Gipfel bzw. am Ende der Kletterroute angekommen waren, wurden wir normalerweise vom Sicherungspartner abgelassen. Aber beim Abseilen muss man sich oben am Gipfel erst selbst irgendwo sichern, dann das Seil zum Sicherungspartner losbinden und anschließend sich zum Beispiel mit dem Abseilachter abseilen. Das Seil losbinden, mit dem man den ganzen Weg nach oben gesichert war, das hat bei mir schon ein sehr komisches Gefühl im Bauch verursacht – obwohl Heinz neben mir stand und darauf geachtet hat, dass ich alles richtig mache. Auf jeden Fall hat das mit dem Umbauen alles geklappt, sodass ich mich sicher selbst abseilen konnte. Auch wenn mir etwas mulmig war, so hat das Abseilen dann doch ziemlich Spaß gemacht.
Heinz hatte uns dann auch angeboten, wir könnten doch auch mal im Vorstieg klettern. Da aber der unterste Zwischensicherung in allen Routen ein paar Meter über dem Boden hingen und man beim Vorsteigen die Strecke bis zur ersten Zwischensicherung ungesichert ungesichert klettern muss, habe ich mich das nicht getraut – aber auch niemand anders aus der Gruppe.
So kletterten wir den Rest des Tages weiter im Toperope. Als wir abends unsere Sachen zusammengepackt haben, hatten wir wohl alle ziemlich lange Arme und schwere Beine. Aber es war ein toller Tag und ich möchte auf jeden Fall – und möglichst bald – mal wieder draußen in der Natur an und auf Felsen klettern. Und den Vorstieg am Felsen werd ich mich hoffentlich auch noch irgendwann trauen.
Hier noch ein paar Links zum Klettern am Scharfenstein:
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Das würde ich auch so gerne mal machen, war sogar schonmal kurz davor, aber ich hab leider Höhenangst und kann mich dann gar nicht überwinden… bin in der Hinsicht also echt feige.
Wow, das ist ja mega cool. Bei uns in der näheren Umgebung gibts sowas leider eher nicht so. Die “Hitler-Brücke” gibts – aber da ist es im Sommer leider immer viel zu voll und die Routen sind auch extrem anspruchsvoll. (Brücke heisst leider echt so..)
Gruß Max
@max wo ist denn diese ominöse “hitler-brücke”?
Super, das hätte mir auch Spass gemacht. Ich muss mir jetzt unbedingt noch die Panoramafotos anschauen.
Ja, leider komm ich aus den Flachland… aber bin Gerüstbauer und da komm ich zu meinen Klettervergnügen auch so… lach… aber ich hätte nichts dagegen wenn man sowas auch bei uns in der Gegend hätte…
Hi Lukas,
kann mich noch gut an mein erstes Mal beim Klettern im Freien erinnern. Da ging mir ganz schön die Pumpe. Hatte Gott sei dank auch einen sehr guten Lehrer und so wurde es für mich von mal zu mal angenehmer. Wenn du ein noch ein paar mal unterwegs warst wirst du sicher auch noch schwierigere Passagen angehen. Bei mir hat sich das jedesmal gesteigert. Bitte achte nur darauf immer eine erfahrene Person dabei zu haben die dich richtig sichert. LG aus Franken
zum scharfenstein wollt ich schon letztes Jahr, bin aber leider noch nicht dazu gekommen. i freu mich drauf, vllt wirds ja dieses Jahr was :)
Katja
Mehr zum Scharfenstein unter http://www.auf-die-berge.de .
hat jemand ne Ahnung wo man in der nähe von Kassel klettern gehen kann?? Wir haben nur eine Kletterhalle aber dir gefällt mir nicht so. Ich bin Einsteiger aber hätte mehr lust im freien zu klettern als in einer Halle
das ist echt toll! Bin selber Kletterfan, hab bislang aber eher die Kletterhalle unsicher gemacht;-) Freilandklettern ist aber nochmal was ganz anderes. Naja, bald startet mein Urlaub, es geht nach Südnorwegen – dort solls ja auch schöne Stellen zum Klettern geben…
also klettern macht mir auch echt Spass. Im Teutoburger Wald ist wandern auch ganz schön. Im Teuto Wald gibt es übrigens auch so nen Kletterpark. War erste mal dort ist ganz nett.