| Ausgangs-/Endpunkt: | Brülisau (922 Meter) |
| Gipfel: | Kamor (1751 Meter) Hoher Kasten (1795 Meter) Staubern (1750 Meter) |
| Tag: | Freitag, 7. August 2009 |
| Anfang: | 09:30 Uhr |
| Ende: | 19:00 Uhr |
| Karte: | Kompass Wanderkarte Nr. 112 Appenzeller Land, St. Gallen, Säntis Maßstab 1 : 50 000 |
| Wanderführer: | Rother Nr. 143 Appenzeller Land Touren 44 und 45 |
Von Brülisau aus ging es bei bestem Sonnenschein auf einer kleinen geteerten Straße aus dem Ort. Nach wenigen hundert Metern zweigte ein Wanderweg ab in ein kleines Wäldchen. Nach kurzer Zeit gelangten wir wieder ins Freie. Der Wanderweg führte nun schnurgeradeaus mit konstanter Steigung zwischen Weiden entlang. Für mindestens einen halben Kilometer war der Weg mit Rasengittersteinen gepflastert. So einen Wanderweg hatte ich bisher noch nie gesehen.
Da es – obwohl noch am Vormittag – schon sehr heiß war, legten wir gleich an der ersten Hütte eine Trinkpause ein.
Nach der Hütte ging es noch ein Stück weiter mit den Rasengittersteinen, aber bald wurde es wieder ein normaler Wanderweg, es ging aber weiter zwischen grünen Wiesen und braunen Kühen.
So gelangten wir zum Gasthaus Ruhsitz, das auf 1368 Metern liegt. Bei diesem Gasthaus sahen wir auch das erste Mal auf dieser Wanderung Ziegen – wenn auch vorerst noch relativ eng eingezäunt.
Bis hierher hätte der Weg auch im Allgäu (oder jeder aderen hügeligen Landschaft sein können). Aber hinter der Hütte wurde es deutlich gebirgiger: Der Weg wurde steiler und kurviger, die Wiesen immer spärlicher, dafür gab es umso mehr Gebirgspflanze, wie beispielsweise Disteln.
Der Weg schlängelte sich unter der hoch aufragenden Wand des Kamor. Ein imposanter Anblick!
Auf dem Anstieg versperrten uns plötzlich ein paar Ziegen den Weg. Dass Kühe bei Wanderungen in der Schweiz dazugehören, das bin ich ja gewohnt. Aber mit Ziegen hätte ich nicht gerechnet. Vorallem wusste ich nicht, wie geschickt diese Tiere sind: Sie fressen besonders gernde die Blüten von Pflanzen, die größer sind als sie selbst. Aber sie reißen die Pflanzen nicht aus, sondern beißen sie so ab, dass die Pflanzen zwar umknicken, aber nicht ganz abreißen. So können die Ziegen die Blüten fressen, ohne die ganze Pflanze zu töten.
Nachdem die Ziegen uns haben vorbei gelassen hatten und einem weiteren Anstieg erreichten wir schließlich auf einer Höhe von 1678 Metern den Grat zwischen Kamor und Hohem Kasten. Von dort aus starten auch jede Menge Gleitschirmflieger. Zeitenweise war über ein Dutzend der bunten Schirme am Himmel zu sehen.
Das eigentliche Ziel unserer Wanderung war der Hohe Kasten gewesen. Da wir aber gut in der Zeit waren, beschlossen wir, zunächst den Kamor zu bezwingen. Nur ein kurzes Stück entlang des Grats und etwa 70 Höhenmeter Anstieg über eine Wiese trennten uns davon, sodass wir bereits nach einer Viertel Stunde auf dem höchsten Punkt des Kamor (1751 Meter) standen. Außer dem Gipfelkreuz, vielen Steinen und Wiese gibt es da nichts. Doch: Einen gigantischen Blick über das Appenzeller Land und das Rheintal bis nach Österreich und Liechtenstein. Leider war es an dem Tag etwas diesig, sonst hätten wir noch viel mehr gesehen.
Da der Kamor-Gipfel so ein herrlicher Ort ist, blieben wir dort und machten ein größere Rastpause. Unter anderem verspeisten wir eine kleine Melone, die wir extra auf den Berg geschleift hatten. Aber dafür schmeckte sie auch richtig gut.
Nachdem wir uns gestärkt hatten, liefen wir wieder de Grat entlang und machten den letzten Anstieg zum Hohen Kasten. Auf diesem Weg war ziemlich viel los: jede Menge Kühe und noch mehr Leute. Aber kein Wunder, auf den Hohen Kasten führt ja auch eine Seilbahn.
Als wir bei 1795 Metern den Gipfel des Hohen Kastens erreichten, sahen wir, dass wir nichts sahen: Der Gipfel hing komplett in einer grauen Wolke.
Daher blieben wir nicht lange oben, sondern entschlossen uns, weiter zum Staubern zu gehen. Der Weg dorthin ist sehr schön: In leichtem auf und ab geht es zwei Stunden lang abwechselnd mal auf dem Grat, mal einige Meter auf der Nordseite unterhalb des Grates. Dabei hat man die meiste Zeit einen wunderschönen Blick auf den Sämtisersee und die Alp Sigel.Teilweise hat man auch die beiden höchsten Gipfel des Alpsteins, den Säntis (2502 Meter) und den Altmann (2436 Meter), die aber die meiste Zeit in Wolken verhangen waren.
Aber auch in die andere Richtung ins Rheintal war der Blick atemberaubend, da es fast tausend Meter steil bergab ging. Da lieber nicht runterfallen. ;-)
Irgendwann erreichten wir dann das Berggasthaus Staubern auf 1750 Metern. Direkt hinter diesem ragt die Stauberenchanzelen, auch genannt “Känzli” oder Staubernkanzel, 1860 Meter hoch auf. Vom Gasthaus führt auch eine Seilbahn hinab ins Rheintal nach Frümsen.
Wir setzten uns an einen der Steintische vor dem Gasthaus und packten unser Vesper aus. Da kam die Wirtin und fragte, was wir zum Essen bestellen möchten. “Nichts” antworteten wir, daher verscheuchte uns die Wirtin auf die Wiese zum Picknicken. Irgendwie hatten wir das mit dem Schild, auf dem “Picknick” stand, wohl falsch verstanden.
Wir verspeisten also auf der Wiese unsere letzten Brote und ruhten uns eine Weile aus. Da es aber wegen der vielen Wolken mittlerweile ziemlich frisch geworden war, machten wir uns auf den Abstieg zum Sämtisersee.
Das war ziemlich anstrengend für die Beine, denn in etwa einer 3/4 Stunde stiegen wir über 500 Höhenmeter abwärts: Zunächst ging es in Serpentinen über Wege mit viel Geröll, später quer über eine Weide. Alles schön bergab. In der Nähe der Rainhütten (1437 Meter) überquerten eine etwa 50 Meter breite Senke. In dieser spielten vier oder fünf einheimische Buben zwischen den Kühen Fußball. Wenn denen mal nicht der Ball über den Rand der Senke springt!
Ein kurzes Stück weiter gelangten wir schließlich an den Sämtisersee, der auf etwa 1200 Metern liegt. Seinen Zufluss überquerten wir über eine primitive Betonbrücke. Nun hatten wir einen kleinen Anstieg bis zum Gasthaus Plattenbödeli (1279 Meter). Dieser Weg war sehr einfach, da es auf einer kleinen Straße entlang ging. Das Plattenbödeli ist Ausgangspunkt für einige andere Wanderwege, zum Beispiel auf die Alp Sigel. Wir hingegen stiegen hinab nach Brülisau. Der Weg dorthin war zunächst ein schmaler Weg durch den Wald, bald aber schon ging es auf einem breiten Fahrweg, immer entlang eines Baches, abwärts, bis wir schließlich vor Brülisau in eine Ebene gelangten. Hier hatten wir nocheinmal einen großartigen Blick auf den Hohen Kasten und den Kamor. Sie erschienen uns sehr hoch. Kaum zu glauben, dass wir wenige Stunden zuvor noch dort oben gestanden waren.
Insgesamt war das eine wunderschöne Bergwanderung. Ich kann sie nur weiterempfehlen. Aber insbesondere für den Abstieg sind gute Wanderschuhe absolutes Muss!
Dieses ist übriges mein einhundertster Blogeintrag (einschließlich der importierten Artikel aus meinem alten Blog).


















Samstag, 23. Januar 2010
Sehr schöner bebilderter Wanderbericht. Wenn ich mal die Gelegenheit habe werde ich mir diese Region auch vornehmen.
Dienstag, 9. Februar 2010
Der Kamor sieht super aus. Möchte auch unbedingt einmal dort hin. Werde mir dieses Ziel gut merken und nächsten Sommer dort hin fahren. Finde die Bilder (und deren Beschriftung) total klasse. Echt ein guter Bericht geworden. Danke, viele Grüße!
Donnerstag, 4. März 2010
Interessanter Bericht über eien Gegend, die ich bisher noch nicht kenne.
Samstag, 13. März 2010
Die Bilder sind echt super. Da kriege ich grad Lust auf wandern.
Mittwoch, 24. März 2010
Die Bilder sind wirklich gut geworden. Ich nehme die Cam ja auch immer mit aber wenn ich dann erstmal 3 Stunden unterwegs war bin ich zu faul Sie aus dem Rucksack zu holen…. und später ärgert man sich :(
Donnerstag, 8. April 2010
Wirklich tolle Bilder. Ich bin ja auch echt ein Wander Fan. Als nächstes gehts nach Neuseeland. Für Fotos sollte man nie zu faul sein (Keeper-Jochen)
Donnerstag, 15. April 2010
Die Bilder sind wirklich sehr schön geworden, auch die Steilwände sind perfekt zum klettern!!!
Montag, 24. Mai 2010
Wow was für eine tolle Landschaft :) Da kann man bestimmt so richtig gut Urlaub machen. Wir hier in Norddeutschland haben hier kaum Berger – wenn überhaupt – da ist dann sowas echt was Besonderes :)
Donnerstag, 17. Juni 2010
Was für eine super Route. Auf der Rainhütten war ich auch schon mal zum Mittagessen. Was Ihr da abgerissen hat ist wirklich beeindruckend. Die Bilder gefallen sehr gut.
Sonntag, 1. August 2010
Wow tolle Bilder und eine tolle Route, ich hoffe, dass ichs diesen Sommer nochmal in die Alpen schaff!
Montag, 9. August 2010
Hallo, das ist ein toller Bericht und der macht auch Lust auf mehr wenn man sich so die Bilder anschaut. Vielleicht komme ich ja auch nochmal dazu diese schöne Gebirgswanderung zu machen
Dienstag, 10. August 2010
Das gibt richtig Lust zum Wandern. Ich war schon Jahre nicht mehr auf einem Berg.