Sonntag, 18. Januar 2009 | Autor: Lukas | Artikel ausdrucken
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Olympus-Reiseschreibmaschine

Olympus-Reiseschreibmaschine

Heute war ich mal wieder in Stuttgart. Unter anderem bin ich auch über den Flohmarkt geschlendert. Dort habe ich etwas gefunden, was ich schon lange einmal haben wollte: eine mechanische Schreibmaschine. Genauer gesagt handelt es sich um eine Olympia-Reiseschreibmaschine. Ich vermute mal, dass sie aus den 60er Jahren stammt. Leider fehlen Typenschild und Bedienungsanleitung, sodass ich bisher leider nichts genaueres über die Schreibmaschine herausgefunden habe.

Schreibmaschine mit Schutzdeckel

Schreibmaschine mit Schutzdeckel

Reiseschreibmaschinen sind klein, leicht1 und handlich und haben normalerweise einen Schutzdeckel. Sie sind quasi die Urahnen der Laptops, denn wie der Name schon sagt, waren sie dazu gedacht, auf Reisen mitgenommen zu werden.

Tastatur

Tastatur

Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Tastatur, denn die Tasten müssen viel stärker gedrückt werden als die der PC-Tastatur. Wenn mensch zu leicht drückt, wird das Papier zwar weitergeschoben, aber es erscheint kein Buchstabe. Außerdem besteht die nur aus 49 Tasten2. So fehlen gewohnte Tasten komplett, zum Beispiel die 1 (Eins) und die 0 (Null). Satt einer Eins wird ein kleines L3 eingegeben, statt der Null ein großes O. Auch sind einige Sonderzeichen wo anders versteckt: Der Schrägstrich / ist nicht wie gewohnt per Umschalttaste und 7, sondern mit Umschalttaste und 3 zu erreichen. Da es die Taste 1 nicht gibt, ist das Ausrufezeichen ! natürlich auch nicht auf dieser Taste mit drauf. Ganz zu schweigen davon, dass natürlich auch die Windows- bzw- Apfel-Taste fehlt…

Außerdem gibt es noch eine Taste, auf deren Sinn ich nicht gekommen bin. Es ist die Taste :: links oben, neben der 2. Hat jemand eine Idee, was das für eine Taste sein könnte? Einen Buchstaben druckt sie nicht, aber was tut sie dann?

Schriftbild

Schriftbild

Was finde ich so toll an mechanischen Schreibmaschinen? Nun es sind mehrere Dinge: zum einen geben sie beim Schreiben ein so tolles Geräusch von sich. Zum anderen finde ich das Schriftbild sehr schön. Es gibt zwar auch auf dem PC Schriften, die Schreibmaschinenschrift nachahmen4, aber die sind zu perfekt. Bei mechanisch getippten Texten gibt es Unregelmäßigkeiten, die Tasten werden mal mehr, mal weniger fest angeschlagen; dadurch sind die Buchstaben mal richtig satt schwarz, mal weniger und mal sind sie kaum zu sehen. Gewissermaßen kann mensch die Energie rauslesen, mit der der Text geschrieben wurde.

Die Schreibmaschine war übrigens ein riesiges Schnäppchen: Ursprünglich wollte die Verkäuferin 15 Euro haben, aber ich habe gut verhandelt. So hat mich die Schreibmaschine  (in der zur Zeit ihrer Herstellung gültigen Währung) genau 15,65 D-Mark gekostet5. Dazu gabs noch einen Leinenbeutel umsonst dazu.

Anmerkungen:

  1. Wobei “leicht” relativ zu sehen ist, denn die Reiseschreibmaschine wiegt grob geschätzt etwa fünf Kilogramm und ist damit einiges schwerer als ein modernes Laptop. Aber sie sind deutlich leichter als die Büroschreibmaschinen der damaligen Zeit. []
  2. zum Vergleich: die Tastatur meines Laptops hat 87 Tasten []
  3. sieht dann ungefähr so aus: l []
  4. Courier New dürfte die bekannteste davon sein. []
  5. wieviel das in Euro sind, kann ja jeder selbst ausrechnen. Ich hoffe mal, dass ihr noch wisst, wie das geht… []
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Kategorie: Unterwegs
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5 Kommentare

  1. Hallo!

    Es freut mich immer, wenn alte Schreibmaschinen wieder zu Ehren kommen. Betrachtet man die Maschinen aus den ersten 20 Jahren der eigentlichen industriellen Produktion, sind unterschiedlichste Mechanismen zu finden und eine ist schöner als die andere.

    Nicht nur das Schreiben auf einer alten Schreibmaschine hat etwas mittlerweile archaich anmutend berauschendes, auch das Sammeln macht Spaß und macht immer wieder klar, wie schnell diese Welt sich doch weiterdreht…

    Liebe Grüße
    Corinna

  2. Lustig geschriebener Bericht von einem, der vermutlich vorher keinen Kontakt mit einer Schreibmaschine hatte. Obwohl ich noch gar nicht so alt bin musste ich meine Berichtshefte damals mit der Schreibmaschine schreiben. Schöner Mist, wenn man sich ganz unten verschrieben hatte. Hier ist noch ein Link für dich, falls du Fragen an Fachleute hast: http://www.stadtmuseum-erfurt......ink06.html

  3. ich habe damals noch beim bund die letzten erfahrungen mit schreibmaschinen machen dürfen. ich muss schon sagen, dass ich ziemlich froh bin, dass danach das zeitalter der pc’s begann. denn ich musste immer alles mit blaupause schreiben und dann im zehnfingersuchsystem. wenn man sich dann mal verschrieben hatte, ging gar nichts mehr und der ganze spass ging von vorne los. da lob ich mir heutzutage die tasten: “zurück” oder “entfernen” ;-)

  4. Ja, das waren noch Zeiten. Ich musste in der Schule Schreibmaschine lernen. hatte nae glatte 5, weil ich mich nicht auf meine Fingern, sondern nur auf meine Augen verlassen hatte und dadurch so langsam war. Wir hatten damals halbautomatische “elektrische” Schreibmaschinen. Das waren die Vorstufe zu den heutigen PCs. Dort gabe es oft auch schon eine “Löschen” Taste, die wir aber nicht verwenden durften… Ich bin froh, dass ich dieses Fach abwählen konnte. Aber die ganz alten Schreibmaschinen haben echt was, obwohl ich mit keiner von denen wirklich arbeiten wollen würde ;-) aber sie sind Zeigen einer romantischen Zeit…seuftz… So Far, Andi

  5. richtig nostalgisch^^

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